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Erscheinen auf dem Großen Ball: 08.01.1969

Geburtsort: Wülfrath/Bergisches Land, Niederrheinliga

Kindheit: schwer. Wir hatten ja früher nix. (Sorry, ich habe keine Kinder. Und ich komme langsam in das Alter, in dem man mit solchen Sprüchen anfangen muss) Frühzeitiges Aufbegehren gegen die bestehende Ordnung durch rituelle Verbrennung einer Big-Jim-Puppe auf offener Straße. 3 Wochen Stubenarrest.

Jugend: langweilig. Typische Achtziger. Immer die gleiche Frisur, Anwandelungen lediglich bedingt durch massive Faulheitsanfälle beim morgendlichen Styling. Auch ansonsten typische Achtziger-Jugend: Rumtreiben, Musik hören, dem Alkohol frönen, gegen alles sein. Bekanntschaft diverser Stadien in Deutschland

  

  "Das nächste Spiel ist immer das schwerste."
Konzentrierte Vorbereitung

Beruf: niemals die große Achtziger-Einstellung verloren: erst Rumtreiber (Abitur), dann Rumtreiber. Allerdings bezahlt, und zwar vom Staat. Vier Jahre Bundesmarine, dabei einiges von der Welt gesehen, immer um korrekte Repräsentation unseres Landes in der Fremde bemüht, auch diverse ausländische Stadien besucht. Unvergessen das schwedische Erstliga-Spiel Malmö FF - Halmstad BK, als ein Balljunge mit dem Spielgerät das Weite suchte und so eine zehnminütige Spielunterbrechung verursachte. Den Balljungen später zu seiner Aktion beglückwünscht, er kam vom selben Schiff wie ich.

"Ich habe nie aufgehört, an das große Ziel zu glauben."
Voller Einsatz (links) auch bei schwierigem Geläuf (unten) und gegnerischen Blutgrätschen (rechts)

Danach wieder Rumtreiber: ein volles Semester Studium der Wirtschaftsinformatik in Essen. Aufgegeben, da zu anstrengend (die täglichen Bahnfahrten, meine ich). Lieber wieder rumgetrieben. Weiteres Studium in Mannheim. Nach drei Jahren zu der Erkenntnis gelangt: schönes Stadion – schreckliche Stadt. Überstürzt Diplom-Prüfung abgelegt und das Weite gesucht. Derzeitiger Beruf: glaubt mir sowieso keiner, daher sag ich’s gar nicht erst. Nur soviel: ich kann unfallfrei mit einem Locher umgehen und bin ganz groß im Abheften. Und lesen kann ich auch.

Musikgeschmack: furchtbar. Erzkonservativ, fast schon reaktionär. Nur eine einzige Richtung, nix anderes.

Erste fußballerische Erfahrung im zarten Alter von fünf Jahren. Erste Sportverletzung: Verlust der ersten Brille im Kindergarten. Der gegnerische Stürmer lies mir keine Zeit, aus dem Tor zu hechten. An der Position schon erkennbar, dass ich in meiner Kindheit meistens der Kleinste war.

Offiziell beim 1.FC Wülfrath angemeldet am 06.05.1975. Beim Probetraining dreimal eingenetzt und mit einer Sonderlieferung Panini-Bildchen eingekauft. Da ich so lange brauchte, um das Sammelalbum komplett voll zu kriegen, sogleich 8-Jahres-Vertrag unterschrieben.

1983 an den Wuppertaler SV verhökert, Handgeld: ein Trainingsanzug. Bei den Anfahrten zu zahlreichen Trainingseinheiten erste aufregende Erlebnisse mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Schwebebahnkenner par excellence.

1987 nochmals für ein Jahr nach Wülfrath gewechselt. Letztes Spiel meiner Karriere beendet mit Platzverweis beim 4:1-Pokaltriumph gegen den SC Langenhorst. Somit 12 Jahre Aschenplatz ohne ernsthaftere Verletzungen überstanden

Höhepunkte fußballerischen Daseins: 1980 Deutscher Meister. Leider nur in der D-Jugend-Bestengruppe mit 36:4 Punkten und 109:9 Toren. In dramatischem Entscheidungsspiel wurde der punktgleiche Mettmanner SC auf neutralem Geläuf 2:0 bezwungen. Beide Tore erzielt durch: na? Richtig! Auf den Schultern der Kameraden vom Platz getragen worden, anschließend drei Wochen Spielpause wegen Schlüsselbeinbruch. 1982 Abstieg mit dem 1.FC Wülfrath aus der Niederrheinliga, dabei jedoch Schütze des Jahrhundert-Tores gegen den VfB Solingen: Pass in den ganz freien Raum aus 45m Entfernung, der stürmische Rückenwind  tat sein übriges. Jahre später frecherweise von Klaus Augenthaler kopiert.

"Ich hatte keinen Tränen mehr."
Mimik und Sitzhaltung lassen Rückschlüsse auf das kurz zuvor erlebte Auswärtsspiel zu

Außerdem Verleihung des Titels „Der letzte Straßenfußballer Wülfraths“ Ende der Siebziger Jahre, Anlass: unwiderstehlicher Sprint ins heimische Treppenhaus nach kleinerem Delikt (durch ebenso unwiderstehlichen Vollspannstoß zertrümmerte Badezimmerscheibe eines Nachbarn). Jahrzehnte später frecherweise von Ansgar Brinkmann kopiert.

Immer wieder gerne vor Ort, wenn Fortuna Düsseldorf wieder mal einen Neuanfang startet, auch reges Interesse am Hamburger SV, daher fußballerisch nicht nur mit Blindheit geschlagen, sondern auch gewohnt, in diesem Bereich wirklich alles zu ertragen. 

So, das war’s in groben Zügen. Wen das interessiert? Keine Ahnung, aber ich wollte es schon immer mal aufschreiben!

 

 

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